Landeanflug mit dem Motorsegler auf Piste 1.5

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Fliegen
in Österreich
mit
dem Motorsegler
Wenn man auch mal den Motor im Flug abstellen kann
Der Wunsch der Segelflieger auch ohne eine aufwendige Startmannschaft oder Schleppmaschine in die Luft gehen zu können, ist so alt wie das Segelfliegen selbst. Schon in den 50er Jahren wurde daher versucht, Segelflugzeuge eigenstartfähig zu machen. Die Entwicklung solcher Flugzeuge ging dann auch zügig voran - der Motorsegler entstand.
Heute unterscheidet man zwei grundsätzlich unterschiedliche Arten von
Motorseglern: Zum einen reine, in der Regel einsitzige
Hochleistungs-Segelflugzeuge mit einem relativ kleinen, einklappbaren
Propellertriebwerk, der den Piloten lediglich in die Lage versetzt, sich
selbstständig in die Luft zu bringen oder thermische
"Durststrecken" zu überwinden und zum anderen Motorsegler, die
eigentlich Motorflugzeuge sind, mit denen man bei guten Wetterlagen aber
durchaus auch thermisch fliegen kann. Diese Motorsegler sind dann auch in
der Regel zweisitzig. Die Leistungswerte eines solchen Motorseglers, z.B.
der Rotax-Falke, den auch der Flugsportgruppe Union Linz besitzt, sind
beeindruckend. Ein 90-PS-Motor verleiht dem Flugzeug eine
Reisegeschwindigkeit von ca. 180 km/h. Ein 70-Liter-Tank versetzt den
Piloten in die Lage non-stop über 1000 km weit zu fliegen.
Neben dem Spaß am Motorfliegen bietet der Motorsegler auch die Freiheit, sich mit dem Wetter und seinen eigenen fliegerischen Fähigkeiten auseinander zu setzen. Sind thermische Winde vorhanden und der Pilot entscheidet sich dazu, den Motor abzustellen, kann er die ganze Faszination des Segelfliegens erleben. Die Ruhe, lediglich der Fahrtwind an den Flächen und an den Kabinenfenstern ist zu hören, ist ausgesprochen wohl tuend. Die Geschwindigkeit liegt weit unter der normalen Reisegeschwindigkeit und jede vertikale Luftbewegung wird durch das Körpergefühl wahrgenommen.
Die Instrumente, die während des Motorfluges so wichtig waren, spielen plötzlich keine Rolle mehr, lediglich Variometer, Fahrt- und Höhenmesser werden hin- und wieder beobachtet. Das "Rühren" am Steuerknüppel ist jetzt das A und O. Strecke machen ist plötzlich unwichtig - oben bleiben oder sogar noch Höhe dazu gewinnen, das ist jetzt die Herausforderung! Um in einem Thermikbart zu bleiben, werden nun Steilkreise geflogen, an die mit Motorbetrieb gar nicht zu denken war. Auch die Landschaft und die Wolken haben jetzt eine ganz andere Bedeutung: Der Pilot, das Flugzeug und die Natur werden zu einer gut funktionierenden Einheit zusammengeschmolzen. Ja, das ist es!!
Doch unvermittelt zeigt das Variometer ein ständiges Sinken an. Keine Thermik mehr, die nächste Wolke weit weg, der Höhenmesser zeigt nur noch 1200 Fuß. Die Frage, wo man jetzt eventuell auf einer Wiese landen könnte, erübrigt sich jedoch. Also - Motor wieder starten! Hoffentlich springt er auch an!? Propeller umstellen - Zündung an - Anlasser - Motor läuft! Ruhig begibt man sich wieder in die Hände der Technik - es ist doch beruhigend, den Flug jetzt sicher fortsetzen zu können. Ein kurzer Blick aus dem Fenster sagt: Ja, da unten ist auch eine herrliche Wiese, auf der man auch sicher hätte landen können, falls der Motor nicht wieder angesprungen wäre. Aber - er läuft ja - und so kann es weitergehen zu nächsten Wolke.
(Quelle Siegfried Schoop)
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